Mit dem Neubau der PTA-Schule des AVWL in Münster ist ein Freiraum entstanden, der die besondere Identität des Ausbildungsortes aufgreift und in eine eigenständige Gestaltung übersetzt. Ausgangspunkt des Entwurfs ist die Pflanze als verbindendes Element: In der Pharmazie traditionell als Heilmittel genutzt, prägt sie mit ihren charakteristischen Formen und Strukturen die Gestaltung der Außenanlagen.
Aus der Verbindung von Pharmazie, Pflanze und Arzneiform entsteht ein ganzheitlicher, harmonischer Freiraum mit zahlreichen thematischen Bezügen. Geschwungene Formen, organisch geführte Wege und eine sorgfältig abgestimmte Material- und Pflanzenauswahl verleihen dem Außenraum seinen eigenen Charakter.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Verknüpfung von Erschließung und Aufenthalt. Fuß- und Fahrverkehr werden auf dem Grundstück gemeinsam organisiert, ohne aufwendige technische Trennungen. Die großzügige Eingangssituation geht fließend in eine einladende Terrasse über. Ein farblich differenziertes Pflaster markiert den Eingangsbereich und zieht sich als Gestaltungselement über die Terrasse hinweg. So entsteht ein klar gefasster Aufenthaltsort mit hoher Aufenthaltsqualität und direktem Bezug zum Gebäude.
Der vorhandene wertvolle Gehölzbestand wird weitgehend erhalten und natürlich in den Entwurf integriert. Ergänzende Pflanzungen greifen den grünen Charakter des Ortes auf und schaffen eine lebendige, naturnahe Atmosphäre. Die Vegetation wird dabei nicht nur als Begrünung verstanden, sondern als wesentlicher Bestandteil der gestalterischen Idee.
Ein weiteres prägendes Element ist die neue Fahrradüberdachung mit Müll- und Geräteräumen. Ihre geschwungene Form orientiert sich am Baumbestand und fügt sich organisch in die Umgebung ein. Eine extensive Dachbegrünung setzt die grüne Gestaltung konsequent fort. Unter der Überdachung sind insgesamt 52 Fahrradstellplätze, darunter Stellplätze für Lastenräder, ergänzt durch eine Ladeinfrastruktur für E-Bikes entstanden.
Auch bei den Materialien steht ein ruhiges, zusammenhängendes Erscheinungsbild im Mittelpunkt. Betonsteinpflaster, wassergebundene Wegedecken und begrünte Stellplatzflächen werden differenziert eingesetzt und durch gezielte Platten- und Pflasterstreifen miteinander verbunden. Die Entwässerung erfolgt weitgehend über offene Rinnen und eine Versickerung der unbelasteten Oberflächenwässer in den angrenzenden Grünflächen.
Eine zurückhaltende, funktionale Beleuchtung sorgt für Orientierung und Sicherheit. Ergänzend wird die Bepflanzung punktuell inszeniert und der Freiraum auch in den Abendstunden atmosphärisch erlebbar.
So entsteht rund um die neue PTA-Schule ein grüner, identitätsstiftender Freiraum, der Funktionalität und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet. Die Pflanze wird dabei zum gestalterischen Leitmotiv und schafft eine direkte Verbindung zwischen dem Gebäude, dem Ausbildungsinhalt und seiner Umgebung.










Fotos: © Nikolai Brenner